Thomas Mann, mit lauter Stimme

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Kurz und klar - Samstag, den 20.02.21 - 08.56h
 
 
Alles, von tausenden von Studenten und Professoren, wurde schon über Thomas Mann geschrieben, seine Art der Erzählung.
 
Was mich betrifft, produziert sich etwas wie eine Wiederauferstehung der Empfindlichkeit : jeder Satz, und manchmal sogar jedes Wort, gibt mir Kraft und Freude in meiner intimen Beziehung zur deutschen Sprache.
 
Ich lese Thomas Mann wieder. Langsam. Am öftesten mit lauter Stimme. Auf der Suche nach der Prosodie. Etwas zauberhaftes, ja körperliches, etwas tief lebendiges geschieht. Seine Sprache ist ein Wunder.
 
Dieses Geheim kann ich viel besser jetzt ergreifen, oder mindestens fühlen, als damals, in meiner Jugend. Manche Texte sollte man nicht zu früh in seinem Leben lesen. Genau dasselbe für Musik : Mahler, Bruckner, Schönberg, sind bei mir spät angekommen. Aber jetzt sind sie da !
 
Lesen. Im Text leben. Und ein neues Mal, geboren werden.
 
 
Pascal Décaillet

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